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Weiterbildung Physiotherapie

Physiotherapeuten sind aus einer Gesellschaft mit einer Menge an Fehlhaltungen, Verletzungen aller Art und natürlich den Bewegungsapparat betreffenden Erkrankungen einfach nicht wegzudenken. Muskeln und Gelenke, Wirbel und Gewebe können von so vielen Dingen beeinträchtigt sein. Gleichzeitig schläft der medizinische Fortschritt (glücklicherweise) so gut wie nie, weshalb es immer wieder neue Behandlungskonzepte, -methoden und -kniffe gibt. Kein Wunder also, dass auch ein/e exzellent allgemein ausgebildete/r Physiotherapeut/in unmöglich in jedem Fachgebiet permanent auf dem aktuellen Stand sein bzw. sich in jedem Bereich (gleich gut) auskennen kann.

Doch wozu gibt es schließlich Weiterbildungen? Gerade in der Physiotherapie und im Gesundheitssektor generell gibt es eine Vielzahl von Fortbildungen, durch die Sie sich beispielsweise in einem Fachgebiet spezialisieren, Wissen auffrischen oder auf der Karriereleiter höher klettern können. Zu diesen intrinsischen Faktoren für eine Fortbildung kommen zudem in vielen Fällen noch obligatorische: Im Rahmen der Verträge mit den Krankenkassen laut Sozialgesetzbuch (§ 125 SGB V) sind die sogenannten „zugelassenen Leistungsträger oder die fachlichen Leiter“ sogar verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden und dabei Fortbildungspunkte zu sammeln (60 Punkte innerhalb von vier Jahren ist die derzeitige Vorgabe, Stand Oktober 2021).

Wenn Sie also zum Beispiel eine Praxis oder einen Fachbereich leiten, kommen Sie gar nicht an Weiterbildungen vorbei. Das heißt aber nicht, dass nicht auch angestellte Physiotherapeuten vom zahlreichen Angebot profitieren könnten: Sei es Manuelle Therapie, Fachwissen zu neurologischen Ursachen körperlicher Leiden, eine Weiterbildung zum/r Tierphysiotherapeut/in oder die Aneignung von Management-Know-how – ein Mangel an Möglichkeiten besteht nicht.

Was lerne ich in der Weiterbildung?

Da es so viele unterschiedliche Schwerpunkte gibt, die Sie sich als Physiotherapeut/in in einer Weiterbildung setzen können, können Sie natürlich auch viele verschiedene Dinge lernen.

Das Angebot reicht von Seminaren zur Faszientherapie über neurologische Therapien wie das Bobath-Konzept und Themen aus der Osteopathie bis hin zu umfassenden betriebswirtschaftlichen Fortbildungen (etwa zum/r Betriebswirt/in oder Fachwirt/in) oder einem berufsbegleitenden Studium. Vielleicht haben Sie auch genug von Menschen als Patienten und möchten sich stattdessen tierischen Klienten zuwenden – möglich ist Vieles!

Wir listen hier einmal eine Auswahl an Veranstaltungen für wissbegierige Physiotherapeuten:

  • Manuelle Therapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • gerätegestützte Krankengymnastik
  • Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation-Therapie (PNF-Therapie)
  • Faszientherapie (FDM)
  • Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)
  • Triggerpunkttherapie
  • neurologische Physiotherapieformen (z. B. Bobath-Konzept)
  • Palliative care
  • Osteopathie (z. B. viszerale Therapie)
  • sektorale/r Heilpraktiker/in für Physiotherapie
  • Tierphysiotherapeut
  • Management & Co., z. B.
    • Fachwirt/in Gesundheits- und Sozialwesen
    • Fachwirt/in Fitness
    • Fachwirt/in Sport
    • Betriebswirt/in Management im Gesundheitswesen
  • (berufsbegleitendes) Studium (z. B. Therapiewissenschaft)

Wenn die oben genannte Fortbildungspflicht in Ihrer Position als Physiotherapeut/in auch auf Sie zutrifft, sollten Sie vor der Buchung einer Weiterbildung abklären, ob Ihnen mit der Weiterbildung Fortbildungspunkte gutgeschrieben werden. Dazu muss eine Fortbildung u. a. inhaltlich auf den Heilmittelbereich Physiotherapie ausgerichtet sein. Dazu gehören etwa Weiterbildungen, die

  • aktuelle Erkenntnisse der eigenen Disziplin bzw. aus angrenzenden Fachgebieten mit Bezug zum Heilmittelbereich Physiotherapie vermitteln,
  • Informationen über aktuelle Inhalte der Heilmittel-Richtlinie beinhalten,
  • aktuelle Diagnostik- oder Therapieverfahren auch aus angrenzenden Fachgebieten näherbringen.

Berufsbezogene Studiengänge, die inhaltlich auf den Heilmittelbereich Physiotherapie ausgerichtet sind, können ebenfalls angerechnet werden.

Fortbildungen, die nicht anrechenbar sind, sind zum Beispiel Veranstaltungen zu:

Zu den inhaltlichen Kriterien kommen Anforderungen an Form der Weiterbildung, Dozierende und Teilnahmenachweis. Alle Vorgaben finden Sie auch in der weiter oben verlinkten „Anlage 4 Fortbildung zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V über die Versorgung mit Leistungen der Physiotherapie und deren Vergütung“.

Was bringt mir eine Weiterbildung Physiotherapie?

Zum einen können Sie eine Weiterbildung pragmatisch betrachten, etwa, wenn Sie aus beruflichen Gründen darauf angewiesen sind, sie zu besuchen. Das kann der Fall sein, wenn Sie Fortbildungspunkte sammeln, in Ihrem Arbeitsumfeld weitere Therapien und Behandlungsmethoden angeboten werden sollen oder Ihr Wissen zu einer Thematik eingerostet ist. Darüber hinaus sind Weiterbildungen aber auch eine Investition in Ihr berufliches Profil und können Ihnen Vorteile bei der nächsten Gehaltsverhandlung oder beim Bewerbungsgespräch verschaffen. Nicht zu unterschätzen ist zudem einfach der Spaß daran, etwas Neues zu lernen und sich mit Kolleg/innen auszutauschen, Networking inklusive.

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, eine sogenannte Aufstiegsfortbildung zu besuchen, kann diese eine ganz neue berufliche Position, etwa im Management, und somit eine große Veränderung mit sich bringen. Die direkte Arbeit an Klienten wird dann in der Regel zunehmend ergänzt bzw. abgelöst von Tätigkeiten im Personalmanagement, in der Kalkulation und im Marketing. Zu dieser Art Fortbildung gehören zum Beispiel die Titel Fachwirt/in mit den Richtungen „Gesundheits- und Sozialwesen“, „Sport“ oder „Fitness“ sowie der/die Betriebswirt/in der Fachrichtung „Management im Gesundheitswesen“.

Wer gehört zur Zielgruppe?

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Weiterbildungen für fertig ausgebildete Physiotherapeuten, sei es über eine Ausbildung oder ein (duales) Studium. Gerade in einem Beruf, der so viele unterschiedliche Erkrankungen behandelt, ist es praktisch unabdingbar, sich immer wieder über die neuesten Erkenntnisse zur Behandlung auf dem Laufenden zu halten. Das gilt sowohl für Physiotherapeuten in leitenden Positionen sowie Selbstständige als aber auch für Angestellte in u. a. Physiotherapiepraxen, Reha-Kliniken, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen.

Ob Sie sich nun als Physiotherapeut/in in bestimmten Behandlungsmethoden fortbilden oder Kenntnisse vertiefen möchten, eine neue Berufsperspektive anstreben (etwa durch Bereiche wie Osteopathie, sektoralem Heilpraktiker oder Tierheilpraktiker) oder sich mit Titeln wie Betriebswirt/in oder Fachwirt/in Richtung Management und Verwaltung bewegen wollen, ist ganz Ihnen überlassen. (Es sei denn, Sie sammeln Fortbildungspunkte und sind im Zugzwang beim Punktestand, hier werden nicht alle Fortbildungen angerechnet, siehe obenstehender Kasten zur Fortbildungspflicht).

Wenn Sie sich dafür interessieren sollten, überhaupt erst in den Bereich Physiotherapie zu wechseln, stehen Ihnen sowohl der Einstieg über eine schulische Ausbildung als auch über ein Studium offen. Ein Studium der Physiotherapie ist auch berufsbegleitend mit Präsenzterminen möglich.

Welche Voraussetzungen gibt es?

In der Regel müssen Sie für eine Weiterbildung im Bereich Physiotherapie ein/e fertig ausgebildete Physiotherapeut/in sein, eine gewisse Berufserfahrung kann ebenfalls gefordert sein. Wenn Sie sich für eine Fortbildung mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt, etwa zum/zur Fachwirt/in oder Betriebswirt/in, interessieren, sind kaufmännische Kenntnisse bzw. eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung nicht unbedingte Voraussetzung – auch die physiotherapeutische Ausbildung plus (ggf. mehrjährige) Berufspraxis kann für die Zulassung zur Prüfung qualifizieren.

Informieren Sie sich im Zweifel bei der zuständigen Kammer bzw. dem Kurs- und/oder Prüfungsanbieter – Betriebswirt ist nämlich nicht gleich Betriebswirt und Fachwirt nicht gleich Fachwirt. Lesen Sie zu den unterschiedlichen Formen der Betriebs- und Fachwirte und als Hilfestellung zur Frage, welche Weiterbildung besser zu Ihnen passt, auch unseren Artikel „Fachwirt oder Betriebswirt“.

Viele unterschiedliche Optionen, viele unterschiedliche Bedingungen: Generell gilt, dass Sie sich immer vorab beim Anbieter Ihrer Wahl informieren sollten, ob und wie viel berufliche Erfahrung Sie mitbringen müssen und auf welchen Abschluss bzw. welches Zertifikat sie hinarbeiten. Prüfen Sie außerdem die Seriosität des Anbieters und die Anerkennung der Weiterbildung unter Arbeitgebern!
Wenn Sie eine Prüfung vor der IHK oder einer vergleichbaren etablierten Institution anstreben, lohnt sich auch hier ein Anruf oder eine Mail, um alle spezifischen Fragen zu klären.

Wie lange dauert die Weiterbildung?

Da haben wir eine ganz eindeutige Antwort: unterschiedlich lange. Es gibt Seminare, die nur einen oder wenige Tage andauern, wenn Sie zum Beispiel eine ganz bestimmte Technik erlernen. Taping mit dem KinesiologyTape wäre ein solches Beispiel.

Ganz anders sieht es aus, wenn Sie ein größeres Unterfangen planen, etwa mit dem Ziel „Manuelle Therapie“ als Heilmittelposition abrechnen zu dürfen. In diesem Fall sollten Sie um die zwei Jahre Zeit einplanen, schon allein, weil Sie die Abschlussprüfung frühestens 24 Monate nach Beginn der Weiterbildung absolvieren dürfen (siehe Vereinbarung der Bundesverbände und Organisationen der Krankenkassen und des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) zur zentralen, bundeseinheitlichen Prüfung der Weiterbildungsträger, Weiterbildungsstätten und Fachlehrer auf Grundlage der Rahmenempfehlungen nach § 125 Abs. 1 SGB V).

Von wenigen Tagen bis hin zu einigen Jahren ist also alles an Dauer dabei. In manchen Fällen können Sie die Dauer selbst beeinflussen, etwa im Falle eines flexiblen Fernstudiums – dieses ist aber für praktische Fertigkeiten in der Behandlung am Patienten naheliegenderweise in der Regel nicht verfügbar.

Was kostet eine Weiterbildung Physiotherapie?

Sie sollten sich auf jeden Fall darauf einstellen, einige hundert Euro in die Hand zu nehmen. Auch bei eintägigen Seminaren haben wir bei unserer Recherche keine Veranstaltungen mit einem Kostenaufwand unter 100 Euro gefunden. Für eine mehrjährige Weiterbildung sollten Sie mit einigen tausend Euro Investition rechnen.

Neben den Kosten für den Kurs selbst kommen ggf. noch Kosten für Unterrichtsmaterial und/oder Prüfungsgebühren hinzu. Es gibt aber mehrere Fördermöglichkeiten, die wir im nächsten Abschnitt vorstellen.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Wenn Sie sich allgemein über Ihre Möglichkeiten zur Förderung einer Weiterbildung erkundigen wollen, können Sie das auf unserer Seite zur Weiterbildungsförderung tun. Aber auch speziell für eine Weiterbildung Physiotherapie gibt es diverse Förderungsmöglichkeiten:

Aufstiegs-BAföG

Für einige der Fortbildungen können Sie das Aufstiegs-BAföG beantragen. Das ehemalige Meister-BAföG unterstützt rund 700 Fortbildungsabschlüsse, die eine weitere berufliche Qualifikation, zum Beispiel den Meister oder einen Fachwirt-Abschluss, ermöglichen. Mit dem Aufstiegs-BAföG werden vermögens- und einkommensunabhängige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gefördert sowie Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt bei Vollzeit- und Teilzeit-Weiterbildungen.

Bildungsprämie

Bestimmte Weiterbildungen können durch eine Bildungsprämie gefördert werden. Die Bildungsprämie ist eine Maßnahme der Bundesregierung zur Förderung von beruflicher Weiterbildung. Wenn Sie mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten (Elternzeit oder Pflegezeit werden auch akzeptiert) und Ihr zu versteuerndes Einkommen jährlich nicht höher als 20.000 Euro ist, haben Sie die Voraussetzungen zum Erhalt der Bildungsprämie in Form eines Prämiengutscheins erfüllt. Die Bildungsprämie fördert 50 Prozent der Weiterbildungskosten bis zu einer Höhe von maximal 500 Euro.

Bildungsscheck

Manche der Weiterbildungen können mit dem Bildungsscheck gefördert werden. Der Bildungsscheck NRW ist eine Fördermaßnahme der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und kann sowohl für Beschäftigte, Berufsrückkehrer oder Selbstständige ausgestellt werden als auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Wichtigste Voraussetzung ist der Wohnort oder eine Arbeitsstätte in NRW. Gefördert werden berufliche Weiterbildungen mit bis zu 50 Prozent der Weiterbildungskosten bis zu einer Höhe von maximal 500 Euro.

Weiterbildungsstipendium

Einige der Weiterbildungen kommen ggf. für ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) infrage. Dieses richtet sich an aufstrebende und talentierte Berufseinsteiger. Voraussetzungen für die Bewerbung sind im Regelfall eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine besondere berufliche Leistung (z. B. ein Ausbildungsabschluss mit besser als „gut“ oder mindestens 87 Punkten) sowie ein maximales Alter von 24 Jahren. Für die Altersgrenze gibt es jedoch auch Ausnahmen, beispielsweise wenn eine Elternzeit oder ein Freiwilligendienst die berufliche Laufbahn geprägt haben.

Eine Förderung kann je nach persönlicher Situation und Weiterbildung auch das Arbeitsamt oder andere Berufsförderungsdienste übernehmen. Vonseiten Ihres Arbeitgebers kann ein Bildungsurlaub oder auch finanzielle Unterstützung in Frage kommen.

Welchen Abschluss erhalte ich?

Die anbietenden Einrichtungen stellen Ihnen in der Regel ein Zertifikat über Ihre Teilnahme an der Weiterbildung aus. Wenn Sie, etwa für die Anrechnung von Fortbildungspunkten, besondere Anforderungen an einen Teilnahmenachweis haben, besprechen Sie dies am besten vorab mit Ihrem Anbieter.

Im Fall einer großangelegten Weiterbildung werden Sie diese häufig mit einer Prüfung abschließen. Angehende Fachwirte beispielsweise besuchen eine Fachschule und legen zur Erlangung des Titels eine staatliche Abschlussprüfung ab. Aber auch ohne Schulbesuch kann es etwas Prüfungsstress geben, etwa in der Fachrichtung Manuelle Therapie.

Wenn Sie sich für ein (berufsbegleitendes) Studium entscheiden, wartet – naheliegenderweise – ein Studienabschluss auf Sie.  In unserer Datenbank finden Sie sowohl Angebote für ein Physiotherapie Studium (für ausgebildete Physiotherapeuten, die sich weiter qualifizieren möchten) als auch für weiterführende Studien wie etwa in der Osteopathie oder der Neurorehabilitation.